Heute fanden nachträglich zum alljährlichen Geschwister-Scholl Gedenktags am 22. Februar Lesungen für den Jahrgang zehn und den Geschichtskurs des elften Jahrgangs statt.
Vorgestellt hat der Autor Dirk Reinhardt seinen Roman „Train Kids“, welcher 2015 beim Gerstenberg Verlag erschien. Dieser handelt von fünf mutigen Jugendlichen, welche sich als Flüchtlinge auf den gefährlichen Weg durch Mexiko in die USA machen. Das Thema des Jugendbuchs ist nicht nur aktueller denn je, angesichts der politischen Geschehnisse um den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, sondern beruht auch noch auf echten Orten, Menschen und deren Lebensgeschichten.

Nachdem der Historiker eine Reportage im „Geo Magazin“ las, für die der Journalist einen jungen Flüchtling in Mexiko begleitet hatte, bekam Reinhardt, beeindruckt von den tragischen Ereignissen, die Idee für seinen nächsten Jugendroman. Ein Thema voller Abenteuer und weitestgehend unbelichteter Missständen zugleich.
Also beschloss der Autor, sich eigenständig von Münster nach Mexiko zu begeben und das Ganze mit „holprigem Spanisch und ein paar einfachen englischen Sätzen“ mehrere Wochen lang zu erkunden und durch nächtelange Gespräche mit den betroffenen Jugendlichen mehr über die Hintergründe ihrer langen Reise zu erfahren. Denn, so Reinhardt, war es ihm wichtig, nicht nur oberflächlich als Außenstehender die Geschichte seiner jungen Helden zu erzählen, sondern aus erster Hand zu erfahren wie die Jugendlichen selbst ihre Situation schildern.

Der Weg durch Mexikos Tropen, Wüsten und kriminellen Gegenden zählt laut Amnesty International zu den gefährlichsten überhaupt. Für die Jugendlichen steht viel auf dem Spiel. Was viele nicht wissen, ist, dass sie nicht nur auf Güterzüge springen müssen, um als illegale Einwanderer die Grenze zur USA zu überqueren. Die monate- bis teils sogar jahrelange Reise birgt weitere Gefahren durch Banditen, Polizisten und Soldaten. Denn auch letztere üben Menschenrechtsverletzung aus, indem sie die Flüchtlinge, statt sie zu verhaften, ausrauben und auf sie einschlagen. Ganze Razzien werden veranstaltet, um die Jugendlichen zu finden und sie am Weg aus dem Teufelskreis der Armut zu hindern. Daher schaffen es auch nur rund 20% der Flüchtlinge über die Grenze auf ihrem Weg Richtung Norden. Jedes Jahr gibt es mehrere Tausend Tote.

Und obwohl Mexiko Teil der UN ist und ebenfalls die Flüchtlingskonventionen unterschrieb, gibt es dort ein Gesetz, welches den Bürgern verbietet, den Menschen zu helfen. Viele der Jugendlichen können daher von Glück reden, dass sie – aber auch nur selten – Unterkunft in den Kirchen vor Ort finden können.

Der Grund, wieso sich so junge Menschen in solch eine Gefahr begeben, ist ganz einfach. Sie wollen überleben. Sie geben die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht auf. Und wenn dann mal der Vater die Familie verlässt und die Mutter, planend nach zwei Jahren wiederzukehren, als Fabrikarbeiterin oder Hausmädchen in die USA zieht, um mit Geld wieder zu kehren, bleibt der Ausweg aus der Armut nur ein Wunschtraum. Denn auch die Vereinigten Staaten sind kein Paradies, wie es in vielen der Gerüchte geschildert wird. Oftmals, so Reinhardt, kehren die Frauen eben nicht nach ein bis zwei Jahren zurück und die Kinder bleiben allein zurück. Sie fühlen sich betrogen, wollen selbst ihr Glück versuchen oder einfach ihre Mutter wiederfinden und begeben sich daher auf den riskanten Weg Richtung Norden.

Genau das erleben auch die Protagonisten in „Train Kids“, welches aus der Sicht des 14-jährigen Miguels aus Guatemala erzählt wird. Seine Truppe besteht aus Fernando (16), Emilio, Jazmina, welche sich zu ihrer eigenen Sicherheit als Junge ausgeben muss und Àngel, dem mit 12 Jahren jüngsten Mitglied der Gruppe. Gemeinsam, ausgestattet mit dem wenigen Geld, das sie haben, machen sich die anfänglich Fremden auf den Weg, freunden sich an, stellen sich den bedrohlichsten Herausforderungen und unterstützen sich gegenseitig beim Verfolgen ihres Ziels.

Wer wissen will, wer der fünf es schafft und welche Hindernisse ihnen noch in den Weg gelegt werden, der kann das Buch ganz einfach im Internet oder im lokalen Buchladen der Wahl erwerben.

 

Mehr zum Autor und seinem Werk:
http://www.autor-dirk-reinhardt.de/train-kids/index.htm
https://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=203

 

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